Wird ein radiologischer Notfall (z.B. durch einen Unfall in einer Atomkraftanlage im Ausland) bekannt, ist vor allem eines entscheidend: Ruhe bewahren und verlässliche Informationen abwarten. Die Behörden warnen die Bevölkerung im Anlassfall über das österreichische Warn- und Alarmsystem (Sirenen, AT-Alert) und geben Schutzmaßnahmen über offizielle Kanäle bekannt.
Viele Schutzmaßnahmen sind einfach, aber sehr wirksam – insbesondere, um den Kontakt mit radioaktiv kontaminierten Luftmassen und Staub zu vermeiden.
Darauf sollten Sie besonders achten:
- Informieren Sie sich über offizielle Stellen und beachten Sie behördliche Anweisungen. Als wichtigste Informationsquelle gilt der ORF (Radio und Fernsehen). Nutzen Sie zusätzlich offizielle Webseiten der Behörden wie oesterreich.gv.at oder gesundheit.gv.at.
- Gehen Sie rechtzeitig in ein Gebäude und bleiben Sie möglichst drinnen. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie – wenn möglich – Lüftungen bzw. Klimaanlagen ab.
- Bringen Sie Gegenstände und Tiere, die sich im Freien befinden (z. B. Wäsche, Spielsachen, Haustiere), ins Haus.
- Bereiten Sie Kaliumiodid-Tabletten (Jodtabletten) nur vor bzw. besorgen Sie diese – nehmen Sie diese aber keinesfalls „vorsorglich“ ein. Die Einnahme darf ausschließlich nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden erfolgen! Beachten Sie bei den Empfehlungen und Anordnungen der offiziellen Stellen sowie unbedingt auch die angegebenen Altersgrenzen.
- Vermeiden Sie nicht unbedingt erforderliche Aufenthalte im Freien. Müssen Sie dennoch nach draußen: Schuhe und Überbekleidung vor dem Betreten der Wohnung ausziehen, anschließend gründlich Hände waschen und duschen.
- Verzehren Sie kein frisches Obst oder Freilandgemüse aus dem Garten. Auch das Sammeln von Regenwasser sollte unterbleiben. Das Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist grundsätzlich unbedenklich – bei Brunnen- oder Zisternenwasser kann es regionale Einschränkungen geben. Beachten Sie auch hier die behördlichen Informationen.
- Je weiter im Inneren eines Gebäudes und je weiter weg von Fenstern, desto besser ist grundsätzlich der Schutz.
Generell gilt: Die radioaktive Belastung kann nach einem Strahlenunfall regional sehr unterschiedlich ausfallen. Besonnenes Verhalten ist wichtig, aber bewahren Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht verunsichern. Schenken Sie ungeprüften Informationen oder Gerüchten in sozialen Medien keinen Glauben. Verlassen Sie sich ausschließlich auf die Informationen der österreichischen Behörden. Diese verfügen über ausgewiesene Fachleute und beobachten die Lage laufend, um die Bevölkerung rasch und verlässlich zu informieren.
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